Landtagswahl 2011
Erste Analyse des vorläufigen Endergebnisses
15 / 28.03.2011
Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Wahl zum 16. Landtag Rheinland-Pfalz am 27. März 2011 entfallen in Rheinland-Pfalz auf die SPD 35,7 Prozent, auf die CDU 35,2 Prozent, auf die GRÜNEN 15,4 Prozent, auf die FDP 4,2 Prozent und auf die Partei DIE LINKE drei Prozent der gültigen Stimmen; die sonstigen Parteien kommen zusammen auf 6,4 Prozent.
Die Wahlbeteiligung ist in Rheinland-Pfalz um 3,6 Prozentpunkte auf 61,8 Prozent gestiegen. Damit erhöhte sich die Wahlbeteiligung erstmals seit fast 30 Jahren. Die Wahlbeteiligung hat in allen 51 Wahlkreisen zugenommen, am stärksten im Wahlkreis Worms (+6,3 Prozentpunkte).
Die SPD wird mit 666.666 Landesstimmen erneut stärkste Partei in Rheinland-Pfalz. Die Sozialdemokraten büßen damit 132.711 Landesstimmen ein. Ihr Landesstimmenanteil sinkt auf 35,7 Prozent (-9,9 Prozentpunkte). Dadurch verliert die Partei die absolute Mehrheit.
Im neuen Landtag kommt die SPD auf insgesamt 42 Mandate (-11 Mandate). Diese setzen sich aus 24 Direktmandaten und 18 Listenmandaten zusammen. Damit verliert die Partei neun Direkt- und zwei Listenmandate gegenüber der Wahl im Jahr 2006.
Das beste Wahlkreisstimmenergebnis erzielen die Sozialdemokraten im Wahlkreis Südliche Weinstraße. Dort bekommt der SPD-Kandidat einen Wahlkreisstimmenanteil von 53,3 Prozent (-4,8 Prozentpunkte gegenüber 2006). In 49 der 51 Wahlkreise schneiden die Kandidaten der SPD schlechter ab als 2006.
Auch bei dieser Wahl ist die SPD wieder stark in Regionen mit einem hohen Anteil an Protestanten. Dort erzielt die Partei 4,9 Prozentpunkte mehr als im Landesdurchschnitt. Sie muss hier aber ein Minus von 8,7 Prozentpunkten hinnehmen.
Bei der regionalen Betrachtung erzielt die SPD ihre höchsten Ergebnisse in der Verbandsgemeinde Loreley (48,6 Prozent), der verbandsfreien Gemeinde Kirn (48,5 Prozent) sowie den Verbandsgemeinden Meisenheim und Kirn-Land (jeweils 48,2 Prozent).
Die CDU bekommt 658.211 Landesstimmen. Damit können sich die Christdemokraten gegenüber der Landtagswahl 2006 um 2,4 Prozentpunkte auf 35,2 Prozent steigern und werden erneut zweitstärkste Partei.
Die CDU erhält insgesamt 41 Sitze im neuen Landtag, drei mehr als bei der letzten Landtagswahl. Davon sind 27 Direktmandate (+9) und 14 Listenmandate (-6).
Den höchsten Wahlkreisstimmenanteil erhält die CDU im Wahlkreis Cochem-Zell. Die CDU-Kandidatin in diesem Wahlkreis erzielt einen Stimmenanteil von 52,3 Prozent (-2,7 Prozentpunkte gegenüber 2006). In 14 der 51 Wahlkreis verbessern die Direktkandidaten der Union ihr Stimmenergebnis. Den stärksten Zuwachs an Wahlkreisstimmen holt die CDU-Kandidatin im Wahlkreis Bad Kreuznach (+8 Prozentpunkte).
Traditionell ist die CDU stark in Gebieten mit einem hohen Katholikenanteil. Dort liegt sie 5,3 Prozentpunkte über ihrem Landesergebnis. Sie gewinnt zwar auch in diesen Regionen Stimmenanteile, aber 0,9 Prozentpunkte weniger als im Landesdurchschnitt.
Regional betrachtet erzielen die Christdemokraten im nördlichen Rheinland-Pfalz überdurchschnittliche Ergebnisse. Die höchsten Stimmenanteile für die CDU gibt es in den Verbandsgemeinden Adenau (54,1 Prozent), Altenahr (52,8 Prozent) und Gebhardshain (52,5 Prozent).
Die GRÜNEN erhalten bei dieser Wahl 288.341 Landesstimmen. Ihr Stimmenanteil erhöht sich um 10,8 Prozentpunkte auf 15,4 Prozent.
Die GRÜNEN sind damit nach einer Pause von einer Legislaturperiode zurück im rheinland-pfälzischen Landtag und bekommen 18 Listenmandate.
In Regionen mit einer hohen Bevölkerungsdichte liegt der Landesstimmenanteil der GRÜNEN um 2,8 Prozentpunkte über ihrem Landesergebnis. In diesen Gebieten gewinnt die Partei 1,6 Prozentpunkte mehr als im Landesdurchschnitt.
Ihre höchsten Ergebnisse erzielen die GRÜNEN in den Universitätsstädten Mainz (26,1 Prozent) und Trier sowie in der Verbandsgemeinde Römerberg (jeweils 24,3 Prozent).
Die FDP erhält bei dieser Wahl 79.363 Landesstimmen und verliert damit 3,8 Prozentpunkte. Mit einem Stimmenanteil von 4,2 Prozent ist die FDP nicht im 16. Landtag Rheinland-Pfalz vertreten.
Ihre besten Ergebnisse erzielt die FDP in der Verbandsgemeinde Daaden (zehn Prozent) sowie in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land (8,5 Prozent).
DIE LINKE kommt bei der aktuellen Wahl auf 56.040 Landesstimmen. Mit einem Landesstimmenanteil von drei Prozent (+0,4 Prozentpunkte) scheitert die Partei an der Fünf-Prozent-Hürde.
Im Vergleich zu ihrem Landesergebnis schneidet die Partei vor allem in Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich ab. Dort liegt DIE LINKE 0,6 Prozentpunkte über ihrem Landesdurchschnitt.
Ihre besten Ergebnisse erzielt die Partei DIE LINKE in den Verbandsgemeinden Kusel (5,9 Prozent) und Hermeskeil (5,5 Prozent).

